Mitten in der Hitzewelle hat die Grünen-Fraktion im Verdener Stadtrat zwei Initiativen eingebracht: einen Antrag für ein kommunales Beschattungsprogramm namens „VERschatten“ sowie eine Anregung, die vom Rat vor drei Jahren bereits beschlossene Erstellung eines Hitzeaktionsplans zu priorisieren.
Das Programm „VERschatten“ soll besonders hitzegeplagten Straßen und Plätzen in der Innenstadt zugutekommen. Vorbild ist das Wiener Konzept „Wiener Schatten“: Rankpflanzen, Pergolen und – wo Begrünung nicht möglich ist – textile Sonnensegel sollen für Abkühlung sorgen. Als Datengrundlage soll die Klimaanalyse dienen, die im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts bereits vorliegt.
„Rankpflanzen und Fassadenbegrünung kühlen nicht nur – sie verbessern das Kleinklima, fördern die Biodiversität und lassen sich auch in historischen Altstadtbereichen einsetzen,” so Grünen-Ratsfrau Johanna König. Ein Pilotprojekt könnte in der Süderstadt starten: Die Stadt befindet sich im Verfahren zur Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ – und Klimaanpassung ist seit 2021 Pflichtvoraussetzung dafür. Aber auch in anderen Stadtbereichen könnte natürliche Beschattung für Abkühlung sorgen. Rankpflanzen könnten dabei auch dort wachsen, wo für großkronige Bäume kein Platz ist – und mit Hilfe von Rankgerüsten sogar Straßenzüge und Plätze beschatten.
Parallel zu ihrem Antrag mahnt die Fraktion die Erstellung eines Hitzeaktionsplans an. Der Rat hatte am 19. September 2023 mit großer Mehrheit beschlossen, einen solchen Plan als Maßnahme der Gefahrenabwehr aufzustellen und war damit einem Antrag der SPD-Fraktion gefolgt. Die Grünen fordern nun einen Sachstandsbericht und eine Priorisierung – und schlagen Sofortmaßnahmen für diesen Sommer vor: etwa Trinkwasserangebote an stark frequentierten Plätzen und gezielte Informationen für Pflege- und Betreuungseinrichtungen.
„Die Klimaforschung ist eindeutig: Was wir gerade erleben, ist spürbare Auswirkung der Klimakrise. Es ist kein Ausreißer, sondern die neue Normalität.” so Fraktionsvorsitzender Rasmus Grobe. “Wir müssen in Verden jetzt unverzüglich Vorkehrungen zum Hitzeschutz treffen.”